Mein wahres Leben: Hygiene

Sonntag, 22. April 2012

Hygiene

Ich kenne jetzt den Keim, der mir die Verlängerung meines Aufenthalts im Krankenhaus eingebracht hat. Es handelt sich um den ESBL-Keim.

http://www.symptome.ch/wiki/ESBL


Hier zu spekulieren, woher der Keim kommt, wäre wohl fehl am Platz. Ca. 20 - 30 % der Bevölkerung tragen ihn mit sich rum, ohne es zu wissen und ohne das er ausbricht.

Isoliert bin ich natürlich nicht, denn es ist ja nichts ausgebrochen. Ich bin also gesund. Die Keime wurden in einem Abstrich der Vagina festgestellt. Ich selbst ziehe zum Ein- und Aussetzten des Platzhalters Handschuhe an. Sonst fasst mich ja keiner weiter vom Pflegepersonal an. Und die Ärzte treffen entsprechende Maßnahmen.

Das es an der Hygiene mangelt, kann ich aber nicht bestätigen. Ich beobachte ja hier jeden Tag das Pflegepersonal. Es werden sich laufend neue Gummihandschuhe übergezogen und die Hände werden auch immer desinfiziert. Das Problem sehe ich eher in den Patienten. Da gibt es bestimmt auch welche, die noch nicht mal nach dem Toilettengang die Hände waschen. Und die benutzen ja auch die Türklinken. Deshalb desinfiziere ich auch bei jeder Gelegenheit die Hände.


Seit meiner Darmentleerung Mitte letzter Woche konnte ich bis heute wieder kein großes Geschäft machen. Deshalb habe ich heute um 11:00 Uhr mal wieder ein Abführmittel erhalten. Mit durchschlagenden Erfolg. Seit 14:30 Uhr ist mein Darm wieder leer. Damit ist vorauszusehen, dass da auch die nächsten Tage nichts kommt.


Der Urlaub von Frau Prof. Dr. Krege scheint morgen zu Ende zu sein. Die nächste TS-Patientin ist heute angereist. Sie ist 71 Jahre, kommt aus Heidelberg und musste sich die Kostenzusage der Krankenkasse vor Gericht erkämpfen.


Eure Andrea

Kommentare:

  1. Wo Du Dir die Keime eingefangen hast ist wirklich nicht wichtig. Wichtig ist nur, dass Du jetzt weißt um was es sich handelt. Schlimm finde ich nur die Tatsache, dass Du erst nachfragen musstest um zu erfahren um was es sich handelt. Das ist im Zeitalter des mündigen Patienten indiskutabel und zeugt aber davon, dass die Herrschaften in weiß immer noch davon träumen, dass sie über allem schweben und sich nur ungern erklären.

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    1. Hallo Christine,

      ganz so ist es nicht. Die Mitteilung habe ich Freitag früh zur Chefarztvisite bekommen. Ehe ich das richtig begriffen hatte, waren sie schon wieder weg. Ich will auch nicht ausschließen, das sie vielleicht sogar den Erreger genannt haben und ich es nur, so unvorbereitet ich war, nicht mitbekommen habe. Seit dem war ich nocht nicht wieder zu einer Untersuchung. Es ist eben Wochenende. Zumindest habe ich nicht das Gefühl, dass ein Geheimnis daraus gemacht wird.

      LG Andrea

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  2. Da drücke ich dir die Daumen dass du diese Keime schnell wieder los wirst. Wenn das mal bei mir soweit ist werde ich wohl auf Grund deiner Erfahrungen ein Desinfektionsspray mitnehmen. Eigentlich auch gut für öffentliche Toiletten.

    GaOP mit 71 Jahren klingt fast rekordverdächtig, war RTL schon da mit einem Kamerateam? ;))

    LG Corinna ;)

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  3. Hallo Corinna,

    Möglichkeiten zum desinfizieren gibt es genug. Man muss es nur Anwenden.
    Du weißt doch, hier wird kein Kamerateam rein gelassen.

    LG Andrea

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  4. Hallo

    Erst mal wünsche ich Dir, Andrea alles gute und das du den Keim schnell wieder los wirst.

    Ja mit der Hygiene in Deutschen Krankenhäuser ist so eine Sache. Eigentlich, so kenne ich das hängen in jedem Zimmer so Flaschen mit Desinfektionsmittel die auch von den Patienten genutzt werden können. Würde jede/r wirklich jede/r Patient das nutzen so würde wes mit der Hygiene schon etwas besser aussehen.

    Wow 71. Sich in dem Alter noch einer ga Op zu unterziehen da gehört auch schon eine Menge Mut und Humor dazu.

    Ganz liebe Grüße

    Anke

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  5. Hallo Anke,

    Danke für Deine Wünsche. Im Augenblick fühle ich mich sehr gut.
    Da gebe ich Dir Recht, wer mit 71 die OP noch machen läßt, da muß der Leidensdruck schon enorm sein.

    LG Andrea

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