Mein wahres Leben: Begegnung im Baumarkt

Dienstag, 12. Juni 2012

Begegnung im Baumarkt

Am Sonnabend war ich im Baumarkt. Zum bezahlen habe ich mal wieder an der falschen Kasse angestanden. Es ging einfach nicht vorwärts.
Ich habe dann kurz bevor ich an der Reihe war zur Nachbarkasse gesehen und gedacht, dass die junge Frau (so um die Mitte 40), die dort gerade bezahlt hat, sich lange nach mir angestellt hat.
Gerade als ich mich wieder abwenden wollte, sagte die Frau etwas zur Kassiererin, was meinen Blick auf die Frau harren ließ. Es war nicht das, was sie sagte, sondern sie sagte es mit einer Männerstimme, die absolut nicht zu ihr passte.
Daraufhin musterte ich die Frau genau, aber da war absolut nichts Männliches. Plötzlich, beim Gehen, sah mich die Frau an und ich lächelte sie reflexmäßig an und sie lächelte zurück. Dann wandte ich mich aber ab.
Beim Gehen kam sie mir dann auf dem Parkplatz noch mal entgegen und wir lächelten uns dann noch mal ganz kurz an. Sie stieg dann in ein Auto mit dem Kennzeichen BK, also nicht aus Halberstadt.
Am liebsten hätte ich sie nach ihrer Vergangenheit gefragt, aber es ergab sich kein Anknüpfungspunkt. Außer der Stimme gab es nichts was einen Zweifel hätte aufkommen lassen können, dass sie eine „Bio-Frau“ ist.
Obwohl ich vorbelastet bin, muss ich sagen, tendiere ich dazu, das es wahrscheinlich doch nur eine Frau ist, die das Pech hat, eine männliche Stimme zu haben. Sicher bin ich mir aber überhaupt nicht.
Aber das Erlebnis zeigt mir, dass es nicht darauf ankommt, in allem perfekt wie eine Frau zu wirken, sondern das die Summe des Erscheinungsbildes den Eindruck der Wahrnehmung macht. Selbst wenn eine Eigenschaft als Transfrau voll daneben liegt, heißt das noch lange nicht, dass man als Mann wahrgenommen wird.

Eure Andrea


PS: Dazu fällt mir noch ein interessanter Beitrag von Jula Böge ein: 
"Wohin die Kugel rollt"

Kommentare:

  1. Hallo meine liebe,

    da kann ich dich gut verstehen, quasi ohne worte. kenn ich auch, grad heut wieder. Was ich aber sehr gut geschriee´ben find isZitat:
    "Aber das Erlebnis zeigt mir, dass es nicht darauf ankommt, in allem perfekt wie eine Frau zu wirken, sondern das die Summe des Erscheinungsbildes den Eindruck der Wahrnehmung macht. Selbst wenn eine Eigenschaft als Transfrau voll daneben liegt, heißt das noch lange nicht, dass man als Mann wahrgenommen wird."
    Ich denke man sollte garnicht immer versuchen als "Bio-Frau" druch zu gehen, denn gerade dann macht man "Fehler" und wird "enttarnt". Ich denke "bewegen und benehmen" wie man sich fühlt ist genau richtig ;)


    GLG Sarah

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    1. Hallo Sarah,

      ich finde auch, jeder sollte einfach so leben, wie er sich fühlt, solange er keinen anderen schadet. Das meine ich nicht nur in Bezug auf TS. Alles Andere macht auf Dauer krank. Und man wirkt auch viel Authentischer, wenn man sich nicht „verbiegen“ muss.

      LG Andrea

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  2. Hallo Andrea,

    mag sein ich habe dir mal von Chris erzählt, eine Frau die total nach Frau aussieht (Vollweib halt), aber am Telefon habe ich die erst mal für einen Mann gehalten.

    Für uns Transfrauen ist die Stimme irgendwann wenn der Rest stimmt der passing-Killer Nr. 1, ich meine da trifft es Sarah mit ihrem Kommentar sehr gut, wir sollten uns davon nicht verrückt machen lassen. Solange alles andere stimmig ist werden wir mit Sicherheit nicht als Mann wahrgenommen.

    So was habe ich früher schon mal durchgezogen als ich noch als Mann aber nicht so ganz normgerecht unterwegs war, du kennst ja mein Faible für Nagellack und meine Nägel waren schon zum Ende meiner männlichen Phase sehr farbenfroh (und die Absätze höher).

    Das hat dann Leute erst mal verwundert und wenn sie fragten habe ich es ihnen erklärt und ansonsten mein Outfit mit der allergrössten Selbstverständlichkeit getragen (zuerst fiels schwer). Die meisten Fragen die kamen, kamen aus reiner Neugierde, fast ausschliesslich übrigens von Damen. Mit der Stimme ists doch ähnlich - passt vielleicht nicht ganz zum sonstigen Aussehen aber so lange das für mich normal ist muss es das für die anderen auch sein.

    Als ein wirkliches "Pech" sehe ich es übrigens nicht dass eine Frau eine männliche Stimme hat, da haben manche Weltkarrieren mit gemacht, Zarah Leander zum Beispiel oder Marlene Dietrich.

    LG Corinna ;)

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    1. Hallo Corinna,

      von Chris hattest Du mir mal erzählt.

      So wie ich Dich kenne, hast Du, genauso wie ich, ohnehin kein Problem damit, als „geborener Mann“ erkannt zu werden. Es ist nur ein sehr schönes Gefühl, wenn das nicht, zumindest nicht von selbst, passiert.

      LG Andrea

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  3. Winter diesen Jahres holte ich aus der Lausitz mehrere Kinder, mit dem Bus, aus den Winterferien ab.
    Angekommen am Ziel freuten sich alle Eltern über das gesunde Erscheinen ihrer Kinder! Als hinter mir eine "männliche Stimme" röhrte die mit ihren Sohn sprach.
    Also drehte ich mich um und die selbe Stimme röhrte nochmal los.
    Es war eine Frau.
    Habe sowas noch nie in mein Leben weder gesehen noch gehört.

    Gruß Svenja

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    1. Hallo Svenja,

      und, war es eine „echte Frau“?

      LG Andrea

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  4. Hallo beisammen,

    schaut mal hier, ein paar Tipps wie Frau mit ihrer tiefen Stimme zurecht kommen kann, egal ob T* oder nicht.

    Dass Politiker mit tiefer Stimme Vorteile haben, auch die Frauen, ist inzwischen sogar dem SPIEGEL aufgefallen.

    Es gibt sogar Männer die finden Frauen mit tieferer Stimme besonders anziehend. Also Mädels, lasst euch nicht bangemachen wegen eurer Stimme.

    LG Corinna ;)

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    1. Hallo Corinna,

      na also, warum sollen wir dann noch was für unsere Stimme tun? Nutzen wir doch die Vorteile, die wir als Frau mit tiefer Stimme haben. Ich werde mal bei der KK ein Therapie für männliches Stimmtraining beantragen.

      LG Andrea

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    2. Hallo Andrea,

      nenee, das nicht. Aber unser Vorteil ist dass wir auch die tiefere Stimme können. Ich habe da vorhin mit meiner Logopädin mal drüber gesprochen, das ist wirklich so wie in dem Artikel. Schreibe ich in Kürze noch was drüber.

      Es ist übrigens oft so dass Transsexuelle einen grösseren Stimmumfang haben als andere.

      Stimmtraining für FzM gibts übrigens wirklich, ich meine z.B. Frau Semmelrock in Stuttgart macht das. Prinzipiell sollte da aber auch Testosteron reichen, oder?

      LG Corinna ;)

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    3. Hallo Corinna,

      Das mit dem männlichen Stimmtraining sollte ja doch nur ein Scherz sein. Aber das mit dem größeren Stimmumfang bei uns glaube ich schon.

      LG Andrea

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  5. Die Stimme finde ich nicht mal schlimm. Viel schlimmer finde ich meine Länge, denn die kann man überhaupt nicht verstecken

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    1. Hallo Christine,

      nur die Größe wird auch nicht das Problem sein. Es gibt auch große Frauen. Aber wenn dann noch Stimme und vielleicht Bartschatten dazukommt, sieht das schon anders aus.

      LG Andrea

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    2. Hmm, ich bin ja mit 1,89 auch recht gross, aber das ist etwas, worüber ich gar nicht nachdenke, ich denke auch nicht, dass sie jetzt so sehr stört, Stimme finde ich viel problematischer, deshalb sehe ich zum Beispiel zu in sensibleren Zonen wie Toiletten oder der Damenumkleide beim Schwimmen zu, nicht allzuviel zu reden

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  6. Liebe Andrea,

    vielen Dank für die Verlinkung meines Artikels

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  7. Hallo Jula,

    nichts zu danken. Ich finde den Artikel sehr gut, wie übrigens alle anderen von Dir auch. Dein Buch „Ich bin (k)ein Mann…“ besitze ich schon lange.

    Eine Linkliste habe ich bisher noch nicht, weil ich da nicht weiß, wo ich da anfangen und aufhören soll. Aber Deine Seite wäre mit Sicherheit dabei.

    LG Andrea

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  8. Den Fehler den viele Menschen leider machen:

    Tiefe Stimme = männliche Stimme.

    Das ist natürlich Unsinn...

    Mir liefen schon einige CW über den Weg, die eine tiefe Stimme hatten - manche hatten allerdings dazu - trotz tiefer Stimme - einen höher frequenten Anteil in der Stimme mitschwingen.

    Eine ältere Frau hatte eine so dermaßen tiefe Stimme, dass mein Körper vibrierte, als sie redend an mir vorbei ging.

    LG Keydie

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    1. Hallo Keydie,

      das die Höhe der Stimme nicht allein entscheidend ist, da gebe ich Dir Recht. Es gibt Männer, die haben eine höhere Stimme als manche Frau und klingen trotzdem nicht weiblich.
      Der Klang der Stimme insgesamt ist ausschlaggebend.

      LG Andrea

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  9. Es gibt auch viele "Bio-"Frauen, die sehen aufgrund von Hormostoerung männlicher wie manche TS/IS Betroffene aussehen. Man sollte nicht allein vom aeusseren auf das Geschlecht schließen. :-)

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    1. Da hast Du Recht!
      der Übergang ist fließend!

      LG Andrea

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