Mein wahres Leben: Welttag der Suizidprävention

Dienstag, 10. September 2013

Welttag der Suizidprävention

Heute ist „Welttag der Suizidprävention“. 
Wenn man denkt, dass Selbsttötungen so oft gar nicht stattfinden, der irrt. In Deutschland nehmen sich jedes Jahr etwa 10.000 Menschen selbst das Leben, dass sind mehr Menschen als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten, illegale Drogen und Aids zusammen sterben. 
Hier dazu eine Pressemitteilung

Wenn ich dann sehe, dass im Landkreis Harz laut Statistischen Landesamt Sachsen-Anhalt die Suizidrate im Jahr 2012 sogar bei 23,2 (Suizide auf 100.000 Einwohner) liegt, ist das sogar fast doppelt so hoch, wie in Deutschland. 

Warum nehmen sich so viele Menschen das Leben? 
Es gibt da sicherlich unterschiedliche Gründe. Aber allen irgendwie gemein ist, dass man so nicht mehr weiterleben will, dass man keinen Ausweg sieht, dass man sich verlassen vorkommt und das Gefühl hat, von keiner Seite Hilfe erwarten zu können. 
Einen Teil trägt auch unsere Gesellschaft dazu bei. Wir leben in einer „Ellenbogengesellschaft“. Nur noch der Erfolg und das Geld zählt. Wie es den Menschen neben uns geht, ist meist egal, Hauptsache „Ich“ komme vorwärts. Für Menschen, die „Anders“ sind, nicht mithalten können, Pech im Leben haben, gibt es vielleicht Mitleid, welches oft sogar ehrlich gemeint ist, aber keine Hilfe. 
Und dann gibt es noch Vorurteile oder sogar körperliche bzw. psychische Gewalt gegenüber bestimmte Menschengruppen, die anders als die Meisten sind. Oft beruht das auf Unwissenheit oder dient der Profilierung gegenüber anderen. 
Da ist es nicht verwunderlich, dass die Suizidrate bei transidenten Menschen besonders hoch ist. 

Ich glaube auch, dass schon viele Menschen zumindest mal darüber nachgedacht haben, aber ernsthaft in Erwägung gezogen haben es wahrscheinlich die wenigsten. 

Hier noch ein paar Informationen für Menschen, die sich nicht nicht sicher sind, ob sie weiterleben sollen (als Hilfe gedacht). 


Eure Andrea

Kommentare:

  1. Naja ich bin gut in den Welttag der Suizidprävantion gestartet und hab mich in der Nacht von Montag auf Dienstag nicht umgebracht... Naja, bin ich eh zu ängstlich für, egal wie schlecht es mir geht.

    Suizid ist eben auch ein stark mit Transidentität verknüpftes Thema und deshalb finde ich es gut, dass du das auch hier behandelst. Und wenn man bedenkt, dass die Dunkelziffer bei Suiziden weiter höher liegt als die offizielle Zahl (ich hätte zum Beispiel früher unbeabsichtigt durch Drogen oder einen Verkehrsunfall suiziden können weil mich ein safer use mit Autos und Drogen damals nicht mehr interessiert hat), ist es ohnehin ein gesellschaftlich sehr wichtiges Thema.

    Naja, guter Artikel ! (Thumps up)

    lg Nina <3

    P.S.: Sehe grad ich hab dich nach Seitenaufrufen endlich überholt <3

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Nina,

      das Thema „Suizid“ ist zwar ein unliebsames Thema, vor dem man gerne die Augen schließen möchte, aber es ist leider Realität. Helfen kann man aber nur, wenn man offen damit umgeht. Helfen ist ohnehin dabei schwer. Wer nicht aus sich „rausgeht“, keine Hilfe zulässt oder nicht zu erkennen gibt, dass er Hilfe braucht und es wirklich ernst meint, dem kann man kaum helfen, weil man nicht weiß, dass er Hilfe braucht. Aber jemanden, der sagt, dass er nicht mehr kann und seinem Leben ein Ende bereiten will, dem glaubt man in der Regel nicht, dass er es ernst meint.

      Dass es eine sehr hohe Dunkelziffer gibt, glaube ich auch. So mancher Unfall wird nicht als Suizid erkannt. Einen Abschiedsbrief schreiben bestimmt nicht alle und es wird auch Fälle geben, wo es absichtlich wie ein Unfall aussehen soll, weil z. B. eine Versicherung zahlen soll oder derjenige einfach nicht möchte, dass alle wissen, er hat Selbstmord gemacht.

      Dann herzlichen Glückwunsch fürs überholen. Aber da bin ich Dir nicht böse, weil es ja kein Wettbewerb ist. Ich freue mich über jeden, der meinen, Deinen oder einen anderen Blog besucht, wo offen und ehrlich über Transsexualität, die Folgen, die Schwierigkeiten und den Weg zum normalen Leben berichtet wird. Um so mehr Menschen wir erreichen, umso mehr anderen Betroffenen können wir zeigen, dass es Wege gibt und Nichtbetroffene sehen, dass wir auch nur normale Menschen sind, die leider nur das Pech gehabt haben, im falschen Körper geboren worden zu sein.

      LG Andrea

      Löschen